Pay per Call

Was ist Pay per Call?

Pay per Call ist ein Marketing-Modell, bei dem Unternehmen nur für tatsächlich vermittelte Telefonanrufe bezahlen – nicht für Klicks, Impressionen oder pauschale Werbemaßnahmen.

Im Gegensatz zu traditioneller Werbung, bei der Sie für die Sichtbarkeit zahlen (z.B. Anzeigen in Zeitungen oder Online-Banner), bezahlen Sie bei Pay per Call ausschließlich für messbare Ergebnisse: qualifizierte Anrufe von potenziellen Kunden, die aktiv nach Ihrer Dienstleistung suchen.

Das Grundprinzip

Stellen Sie sich vor, Sie betreiben eine Anwaltskanzlei für Verkehrsrecht. Bei Pay per Call würden Sie nur dann zahlen, wenn:

  • Eine Person tatsächlich bei Ihnen anruft
  • Der Anrufer ein ernsthaftes Interesse an Ihrer Dienstleistung hat

Sie zahlen nicht für:

  • Webseitenbesucher, die nicht anrufen
  • Anrufer, die sich verwählt haben

Warum ist Pay per Call relevant?

Trotz der zunehmenden Digitalisierung gehören Telefonanrufe zu den wertvollsten Kundenkontakten überhaupt. Studien zeigen, dass telefonische Anfragen eine deutlich höhere Conversion-Rate aufweisen als Online-Formulare oder E-Mail-Anfragen.

Der Grund ist einfach: Wer zum Telefon greift, hat bereits eine hohe Kaufabsicht. Diese Person möchte nicht nur Informationen sammeln, sie sucht aktiv nach einer Lösung für ihr Problem.

Wie funktioniert Pay per Call?

Pay per Call basiert auf einer technischen Infrastruktur, die für Sie als Nutzer jedoch vollkommen unsichtbar im Hintergrund arbeitet. Hier der typische Ablauf:

Schritt 1: Kampagnen-Setup

Ein Pay per Call Anbieter richtet für Sie eine Marketing-Kampagne ein. Dies kann verschiedene Formen annehmen:

  • Suchmaschinenwerbung (SEA): Anzeigen bei Google, die erscheinen, wenn potenzielle Kunden nach Ihren Dienstleistungen suchen
  • Display-Werbung: Banner auf thematisch passenden Webseiten
  • Affiliate-Netzwerke: Partner-Webseiten, die Ihre Telefonnummer prominent platzieren
  • SEO-optimierte Landingpages: Speziell erstellte Webseiten, die auf Anrufe optimiert sind

Beispiel: Ein Anwalt für Arbeitsrecht beauftragt einen Pay per Call Anbieter. Dieser schaltet Google-Anzeigen für Suchbegriffe wie „Kündigung erhalten Anwalt“ oder „Arbeitsrecht Anwalt“.

Schritt 2: Tracking-Telefonnummer

Sie erhalten eine oder mehrere spezielle Telefonnummern, die ausschließlich für diese Kampagne genutzt werden. Diese sogenannten Tracking-Nummern sind technisch so konfiguriert, dass sie alle Anrufe detailliert erfassen können.

Wichtig: Diese Nummern leiten die Anrufe nahtlos an Ihre reguläre Geschäftsnummer oder Ihr Mobiltelefon weiter. Der Anrufer bemerkt nichts davon.

Schritt 3: Nutzer sucht und findet

Ein potenzieller Kunde hat ein Problem, beispielsweise wurde ihm gekündigt und er sucht rechtlichen Beistand. Er gibt bei Google „Anwalt Kündigung“ ein und sieht Ihre Anzeige.

In der Anzeige oder auf der Landingpage wird die Tracking-Telefonnummer prominent angezeigt, oft mit einem zusätzlichen Call-to-Action wie „Jetzt anrufen“ oder „Sofort Ersteinschätzung erhalten“.

Schritt 4: Der Anruf

Der Interessent ruft die angezeigte Nummer an. Ab dem Moment, in dem der Anruf entgegengenommen wird, beginnt die Zeitmessung.

Call Tracking-Technologie erfasst dabei automatisch:

  • Dauer des Gesprächs
  • Herkunft des Anrufs (welche Anzeige, welches Keyword)
  • Zeitpunkt des Anrufs
  • Geografische Herkunft (optional)

Schritt 5: Qualifizierung

Nicht jeder Anruf wird automatisch berechnet. Die meisten Pay per Call Modelle arbeiten mit Qualitätskriterien:

  • Mindestdauer: Nur Gespräche über z.B. 60 oder 90 Sekunden werden als qualifiziert gezählt
  • Unique Caller: Mehrfachanrufe derselben Person werden oft nur einmal berechnet
  • Geschäftszeiten: Anrufe außerhalb Ihrer Öffnungszeiten können ausgeschlossen werden
  • Geografische Filter: Anrufe aus irrelevanten Regionen werden nicht berechnet

Schritt 6: Abrechnung

Am Ende eines Abrechnungszeitraums (meist monatlich) erhalten Sie eine detaillierte Aufstellung aller qualifizierten Anrufe. Sie zahlen ausschließlich für diese Anrufe – transparent und nachvollziehbar.

Für wen eignet sich Pay per Call?

Pay per Call ist nicht für jedes Geschäftsmodell die richtige Lösung. Besonders sinnvoll ist Pay per Call für Unternehmen, bei denen das Telefon ohnehin der bevorzugte Kontaktkanal ist.

Dienstleistungen mit hohem Beratungsbedarf sind prädestiniert für Pay per Call. Dazu gehören:

  • Rechtsberatung (Anwälte, Notare)
  • Steuerberatung
  • Finanzdienstleistungen (Versicherungen, Kredite)
  • Immobilienmakler

Warum? Diese Dienstleistungen sind komplex und erklärungsbedürftig. Kunden möchten persönlich sprechen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Ein Mandant, der wegen einer Kündigung dringend rechtlichen Beistand sucht, füllt nicht erst ein Formular aus, sondern neigt eher dazu, anzurufen.

Notfall- und Dringlichkeitsservices profitieren besonders stark:

  • Schlüsseldienste
  • Abschleppdienste
  • Sanitär-Notdienste
  • Schädlingsbekämpfung

Bei einem Rohrbruch mitten in der Nacht rufen Menschen sofort an. Die Kaufabsicht ist extrem hoch, und Pay per Call liefert genau diese dringlichen Anfragen.

Handwerk und Reparaturservices:

  • Dachdecker
  • Elektriker
  • Heizungsinstallateure
  • KFZ-Werkstätten

Handwerksleistungen lassen sich nicht online „kaufen“. Ein Telefonat zur Terminvereinbarung ist ein häufiger erster Schritt. Viele Kunden möchten außerdem einen ersten Eindruck vom Dienstleister bekommen.

Weitere erfolgreiche Branchen:

  • Medizin: Privatärzte, Zahnärzte, Therapeuten (Terminvereinbarungen laufen fast immer telefonisch)
  • B2B-Dienstleistungen: Unternehmensberatung, IT-Dienstleister, Personalvermittlung (das Telefonat ist der Einstieg in längere Sales-Zyklen)

Merkmale erfolgreicher Pay per Call Nutzer

Ihr Geschäft eignet sich besonders gut, wenn diese Faktoren zutreffen:

FaktorBeschreibung
Hoher WarenwertDienstleistung kostet mehrere hundert bis tausende Euro
Lokale AusrichtungSie bedienen ein bestimmtes geografisches Gebiet
BeratungsintensivIhre Dienstleistung erfordert Erklärung und Vertrauensaufbau
Hohe DringlichkeitKunden suchen zeitnah nach einer Lösung
Telefonische ErreichbarkeitSie können Anrufe professionell entgegennehmen
Qualität vor QuantitätWenige qualifizierte Leads sind wertvoller als viele unqualifizierte

Beispiel: Eine Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht erfüllt alle Kriterien: Mandate sind wertvoll, die Kanzlei arbeitet regional, Rechtsberatung ist komplex, Mandanten suchen oft dringend Hilfe, und das Telefon ist ohnehin der Hauptkontaktkanal.

Wann Pay per Call NICHT geeignet ist

Einige Geschäftsmodelle sollten andere Marketing-Kanäle bevorzugen:

  • Niedrigpreisige Produkte: Bei sehr niedrigem Auftragswert rechnen sich die Kosten pro Anruf meist nicht
  • Standardisierte Online-Produkte: Kunden können problemlos selbst bestellen, kein Beratungsbedarf
  • Keine telefonische Kapazität: Wenn keine telefonische Erreichbarkeit gewährleistet werden kann, ist Pay per Call unpassend
  • Sehr lange Entscheidungsprozesse: Monate zwischen Erstkontakt und Kaufentscheidung sorgt für schwierige Messbarkeit

Vorteile von Pay per Call

Pay per Call kann Vorteile gegenüber traditionellen Marketing-Kanälen bieten.

Bezahlung nur für Ergebnisse

Sie investieren kein Budget in Klicks oder Impressionen, die möglicherweise ins Leere laufen. Jeder Euro fließt in einen tatsächlichen Kundenkontakt.

Vergleich zu Google Ads: Bei klassischen Anzeigen zahlen Sie für jeden Klick – egal ob der Nutzer Ihre Seite nach 3 Sekunden verlässt oder konvertiert. Bei Pay per Call zahlen Sie nur, wenn er tatsächlich anruft.

Hohe Conversion-Raten

Telefonische Leads konvertieren oftmals deutlich besser.

Warum? Wer zum Telefon greift, hat bereits eine hohe Kaufbereitschaft. Diese Person sucht aktiv nach einer Lösung, nicht nur nach Informationen.

Praxis-Beispiel: Eine Kanzlei für Arbeitsrecht in Hamburg erhält 40 Pay per Call Anrufe monatlich. Davon führen 20 zu Mandaten – eine Conversion-Rate von 50%. Online-Formulare derselben Kanzlei konvertieren nur zu 5%.

Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen

Ein Telefonat ermöglicht Ihnen:

  • Sofort Vertrauen aufzubauen
  • Missverständnisse direkt auszuräumen
  • Auf individuelle Bedürfnisse einzugehen
  • Einwände in Echtzeit zu behandeln

Ein Mandant, der wegen einer Kündigung anruft, ist emotional belastet. Im persönlichen Gespräch können Sie empathisch reagieren. Eine E-Mail hingegen wirkt eher kühl.

Sofortige Qualifikation

Bereits in den ersten 60 Sekunden können Sie einschätzen:

  • Ist der Anrufer ernsthaft interessiert?
  • Passt der Fall zu Ihrem Angebot?
  • Ist das Budget vorhanden?

Diese Qualifikation ist bei Online-Leads oft erst nach mehrmaligem Kontakt möglich.

Vollständige Transparenz

Moderne Pay per Call Systeme bieten:

  • Detaillierte Reportings: Echtzeit-Überblick über alle Anrufe
  • Keyword-Tracking: Welche Themen oder Suchbegriffe führten zu Anrufen?
  • ROI-Berechnung: Welche Anrufe wurden zu Aufträgen?

Sie sehen genau, wo Ihr Geld hingeht und was es bringt.

Planbare Kosten

Da Sie pro Anruf zahlen, haben Sie hohe Kostenkontrolle. Keine bösen Überraschungen wie bei pauschalen Werbeverträgen.

Schneller Start

Pay per Call Kampagnen gehen oft innerhalb weniger Tage live, deutlich schneller als SEO-Maßnahmen, die oftmals Monate brauchen.

Mobile-First

Schätzungsweise erfolgen etwa 60% aller Suchanfragen per Smartphone. Pay per Call ist perfekt dafür: Ein Klick auf die Telefonnummer, und der Anruf wird eingeleitet. Viel einfacher geht es nicht.

Lokale Relevanz

Für lokal tätige Unternehmen ideal. Geografisches Targeting sorgt dafür, dass Sie nur Anrufe aus Ihrem Einzugsgebiet erhalten.

Geringer technischer Aufwand

Sie benötigen lediglich:

  • Eine funktionierende Telefonleitung
  • Kapazität, Anrufe entgegenzunehmen
  • Optional: Ein CRM-System zur Lead-Verwaltung

Die technische Komplexität liegt beim Anbieter.

Nachteile und Herausforderungen

Pay per Call hat auch einige Nachteile, die bekannt sein sollten, bevor man sich für diese Lösung entscheidet.

Personalressourcen erforderlich

Pay per Call funktioniert nur, wenn jemand professionell ans Telefon geht. Sie benötigen:

  • Geschultes Personal mit Telefonkompetenz
  • Ausreichende Kapazitäten während der Geschäftszeiten
  • Klare Prozesse zur Anrufannahme

Herausforderung für Einzelkämpfer: Wer in Terminen sitzt, kann nicht gleichzeitig Anrufe entgegennehmen. Verpasste Anrufe führen zu verlorenen Leads.

Qualitätsschwankungen

Nicht jeder Anruf ist gleich wertvoll:

  • Manche wollen nur Preise erfragen
  • Verwähler kommen vor
  • Bestehende Kunden könnten über die Pay per Call Kampagne anrufen

Lösung: Enge Zusammenarbeit mit dem Anbieter. Kontinuierliche Optimierung der Qualitätskriterien. Keywords ausschließen, die unqualifizierte Anrufe bringen.

Abhängigkeit vom Anbieter

Sie sind darauf angewiesen, dass Ihr Anbieter:

  • Seriös und transparent arbeitet
  • Hochwertige Traffic-Quellen nutzt
  • Qualitätsstandards einhält
  • Technisch zuverlässig ist

Risiko: Unseriöse Anbieter könnten minderwertige Leads oder sogar Fake-Anrufe liefern.

Wählen Sie deshalb Anbieter mit nachweisbarer Erfahrung, transparenten Verträgen und positiven Kundenrezensionen.

Schwierige ROI-Messung

Die Anzahl der Anrufe ist transparent. Aber:

  • Welcher Anruf führte zu einem Termin?
  • Welcher Termin wurde zum Auftrag?
  • Welcher Umsatz resultierte daraus?

Diese Zuordnung ist oft manuell und aufwendig. Tipp: Nutzen Sie ein CRM-System, das Anrufe automatisch erfasst.

Saisonale Schwankungen

Manche Branchen haben starke Schwankungen:

  • Dachdecker: Mehr Anfragen nach Stürmen
  • Steuerberater: Spitzen vor Steuererklärungsfrist
  • Heizungsinstallateure: Winter-Peak

Kapazitäten sollten je nach Branche flexibel anpassbar sein.

Kein passives Marketing

Anders als SEO endet Pay per Call, wenn Sie aufhören zu zahlen. Es ist ein aktives, dauerhaftes Investment. Pay per Call sollte deshalb Teil eines Marketing-Mix sein, nicht die einzige Säule.

Begrenzte Skalierbarkeit

Ihre Telefonkapazität ist begrenzt. Mehr Anrufe bedeutet gleichzeitig mehr Personalaufwand.

Geografische Komplexität

Wenn Sie überregional oder national tätig sind, wird die Steuerung komplexer. Verschiedene Regionen haben unterschiedliche Wettbewerbssituationen und Kosten.

Kostenmodelle im Detail

Pay per Call kann auf verschiedene Arten abgerechnet werden. Das richtige Modell hängt von Ihrem Geschäft, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Zielen ab.

Cost per Call (CPC) – Das Standardmodell

Sie zahlen einen festen Betrag für jeden qualifizierten Anruf, der die definierten Kriterien erfüllt.

Beispiel:

  • Nur Erstanrufer (Unique Caller)
  • Während der Geschäftszeiten (Mo-Fr 9-18 Uhr)
  • Preis: 59 Euro pro Anruf

Vorteile:

  • Einfach und transparent
  • Planbare Kosten
  • Keine versteckten Gebühren

Nachteil: Sie zahlen auch für Anrufe, die nicht zu Aufträgen führen.

Geeignet für: Unternehmen mit professionellem Vertrieb und hoher Closing-Rate.

Cost per Acquisition (CPA)

Sie zahlen nur, wenn aus einem Anruf tatsächlich ein Kunde wird. Das maximale Performance-Modell.

Beispiel:

  • Preis: 200 Euro pro gewonnenem Auftrag
  • Sie melden zurück, welche Anrufe zu Aufträgen wurden
  • Anbieter erhält nur bei Erfolg Zahlung

Vorteile:

  • Minimales Risiko für Sie
  • Kosten nur bei echtem Geschäftserfolg
  • Maximale Performance-Orientierung

Nachteile:

  • Deutlich höhere Kosten pro Lead
  • Komplexes Tracking erforderlich
  • Nur wenige Anbieter bieten dies an

Geeignet für: Unternehmen mit längeren Sales-Zyklen oder schwankenden Conversion-Raten.

Hybridmodelle

Kombination aus Fixkosten und variabler Vergütung.

Beispiel:

  • Monatliche Grundgebühr: 500 Euro (Setup, Betreuung, Reporting)
  • Plus: 35 Euro pro qualifiziertem Anruf

Vorteile:

  • Niedrigere Kosten pro Anruf
  • Anbieter hat kalkulierbare Basis
  • Langfristige Partnerschaften möglich

Nachteile:

  • Auch ohne Anrufe entstehen Kosten
  • Meist Bindung an Vertragslaufzeiten

Geeignet für: Unternehmen, die Pay per Call langfristig nutzen möchten.

Budget-basierte Modelle

Sie definieren ein festes monatliches Budget. Der Anbieter liefert so viele Anrufe wie möglich.

Typisches Beispiel:

  • Budget: 2.000 Euro pro Monat
  • Durchschnittspreis: ca. 40-50 Euro pro Anruf
  • Resultat: ca. 40-50 Anrufe (variiert je nach Qualität)

Vorteile:

  • Absolute Kostenkontrolle
  • Keine Überraschungen

Nachteile:

  • Anzahl der Leads kann schwanken
  • Bei hoher Nachfrage werden Potenziale nicht voll ausgeschöpft

Was beeinflusst die Kosten?

Mehrere Faktoren bestimmen, wie viel Sie pro Anruf zahlen:

Branche und Wettbewerb:

  • Stark umkämpfte Branchen (Versicherungen, Kredite) sind teurer
  • Nischen mit wenig Wettbewerb sind günstiger

Geografische Lage:

  • Großstädte und Ballungsräume sind teurer
  • Ländliche Regionen sind günstiger

Qualitätsanforderungen:

  • Höhere Anforderungen (längere Mindestdauer, Vorab-Qualifizierung) sind teurer
  • Exklusive Leads (nur an Sie) sind teurer als Shared Leads

Saisonalität:

  • Hochsaison: Preise steigen oft
  • Nebensaison: Rabatte ggf. möglich

Vertragslaufzeit:

  • Langfristige Verträge: bessere Konditionen
  • Monatlich kündbar: flexibler, aber teurer

Anbieter-Spezialisierung:

  • Anbieter die sich auf eine Branche spezialisiert haben bieten oftmals bessere Qualität bei vergleichbaren Preisen
  • Generische Anbieter können günstiger sein, bieten aber möglicherweise schlechtere Qualität

Qualitätskriterien für Anrufe

Die Qualität der generierten Anrufe entscheidet über Erfolg oder Misserfolg von Pay per Call. Hier die wichtigsten Kriterien und wie sie sichergestellt werden.

Unique Caller vs. Repeat Caller

Soll jeder Anruf berechnet werden, oder nur der erste?

Unique Caller (Erstanrufer-Modell): Nur der erste Anruf einer Telefonnummer wird berechnet. Weitere Anrufe derselben Person sind kostenlos.

Vorteile:

  • Sie zahlen nicht mehrfach für denselben Lead
  • Fair bei Rückfragen oder Follow-ups

Nachteile:

  • Technisch komplexer
  • Verschiedene Personen von einer Firmennummer werden nur einmal berechnet

Repeat Caller (Alle Anrufe): Jeder Anruf wird separat berechnet, auch Wiederholungsanrufe.

Wann sinnvoll: Bei Notdiensten, wo jeder Anruf ein neuer Fall sein könnte (z.B. Schlüsseldienst).

Empfehlung: Für die meisten Branchen ist Unique Caller fairer und sinnvoller.

Geografische Filterung

Sie bedienen nur Hamburg, aber Anrufe kommen aus Berlin? Das sollte nicht berechnet werden.

Technische Umsetzung:

  • Anrufer-Nummer wird auf Vorwahl geprüft
  • Nur Anrufe aus definierten PLZ-Gebieten werden durchgestellt
  • Optional: IP-basiertes Targeting bei Online-Anzeigen

Beispiel: Eine Kanzlei in München definiert: Nur Anrufe aus den Vorwahlen 089 (München), 08131 (Dachau), 08178 (Starnberg) werden berechnet.

Zeitliche Filterung

Anrufe außerhalb Ihrer Geschäftszeiten bringen Ihnen nichts und sollten nicht berechnet werden.

Typisches Setup:

  • Montag-Freitag: 9:00-18:00 Uhr wird berechnet
  • Samstag: 10:00-14:00 Uhr wird berechnet
  • Sonntag und Feiertage wird nicht berechnet
  • Nachts wird nicht berechnet

Alternative: Anrufe außerhalb der Kernzeiten werden auf ein Callcenter umgeleitet, das Ihre Anfragen entgegennimmt.

Vorab-Qualifizierung durch IVR

IVR-Systeme (Interactive Voice Response) filtern Anrufe automatisch, bevor sie bei Ihnen landen.

Beispiel für eine Anwaltskanzlei:

„Herzlich willkommen bei Kanzlei Müller. Drücken Sie die 1, wenn Sie unsere Dienstleistung zum ersten Mal in Anspruch nehmen. Drücken Sie die 2, wenn Sie bereits Mandant sind. Drücken Sie die 3 für allgemeine Fragen.“

Nur Anrufe über Option 1 werden als Pay per Call berechnet. Bestandskunden (Option 2) gehen direkt durch, ohne Kosten zu verursachen.

Vorteile:

  • Filtert Bestandskunden aus
  • Sortiert verschiedene Anliegen
  • Reduziert unqualifizierte Anrufe

Nachteile:

  • Manche Anrufer legen bei IVR auf (höhere Absprungrate)
  • Wirkt weniger persönlich

Live-Qualifizierung durch Agents

Premium-Variante: Ein Call-Center-Agent nimmt den Anruf entgegen und qualifiziert ihn, bevor er zu Ihnen durchgestellt wird.

Der Agent prüft:

  • Ist der Anrufer ernsthaft interessiert?
  • Passt die Anfrage zu Ihrem Angebot?
  • Hat der Anrufer ein realistisches Budget?
  • Ist es ein akuter Fall oder möchte der Anrufer sich nur informieren?

Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, wird durchgestellt und berechnet.

Vorteile:

  • Extrem hohe Lead-Qualität
  • Sie verschwenden keine Zeit mit unpassenden Anfragen
  • Professionalität von Anfang an

Nachteile:

  • Deutlich höhere Kosten
  • Längere Wartezeit für den Anrufer

Blacklists und Ausschlüsse

Bestimmte Anrufertypen sollten grundsätzlich nicht berechnet werden:

  • Spam-Nummern: Bekannte Telefon-Spam-Quellen
  • Wettbewerber: Rechercheanrufe von Konkurrenten
  • Bereits konvertierte Kunden: Bestandskunden, die eigentlich Ihre Hauptnummer wählen sollten

KI-basiertes Call-Scoring

Moderne Systeme nutzen Machine Learning, um Anrufe automatisch zu bewerten, entweder in Echtzeit oder nachträglich.

Was analysiert die KI?

  • Tonalität und Emotionen des Anrufers (klingt er verzweifelt/dringend?)
  • Verwendete Keywords („Ich brauche dringend…“ vs. „Ich schaue mal…“)
  • Anzahl gestellter Fragen
  • Wurde ein Termin vereinbart?
  • Gesprächsstruktur (Monolog des Anrufers oder Dialog?)

Ergebnis: Jeder Anruf erhält einen Quality Score von 1-10. Sie zahlen nur für Anrufe ab Score 6 oder 7.

Vorteil: Objektive, automatisierte Qualitätsbewertung ohne manuelle Arbeit.

Call-Recording und manuelle Prüfung

Die ultimative Qualitätssicherung: Sie hören sich Anrufe selbst an.

Datenschutz beachten: Anrufer müssen zu Beginn ihre explizite Zustimmung zur Aufzeichnungen geben. Neben der Zustimmung sind die Transparenz über Zweck und Dauer der Speicherung, die Einhaltung von Aufbewahrungsfristen und die Möglichkeit für Betroffene, ihre Daten einzusehen, entscheidend.

Best Practice:

  • Hören Sie stichprobenartig 10-20% der Anrufe an
  • Dokumentieren Sie Qualitätsprobleme
  • Geben Sie dem Anbieter Feedback
  • Nutzen Sie Recordings für Mitarbeiter-Schulungen

Technische Grundlagen

Damit Pay per Call funktioniert, braucht es eine Technologie, die Anrufe messbar macht. Genau hier kommt Call Tracking ins Spiel.

Call Tracking

Call Tracking ermöglicht die Zuordnung jedes Anrufs zu einer spezifischen Werbemaßnahme. Ohne diese Technologie wäre Pay per Call nicht möglich.

So funktioniert es:

  1. Für jede Kampagne wird eine eigene Telefonnummer generiert
  2. Diese Tracking-Nummer leitet Anrufe an Ihre Hauptnummer weiter
  3. Das System protokolliert, über welche Nummer der Anruf kam
  4. Sie wissen: „Dieser Anruf kam über Google-Anzeige XY mit Keyword ABC“

Statisches Call Tracking: Jeder Marketing-Kanal hat eine feste Nummer. Einfach, aber weniger präzise.

Dynamisches Call Tracking: Jedem Website-Besucher wird temporär eine einzigartige Nummer angezeigt. Die Nummer ändert sich je nach Quelle (Google, Facebook, direkt). Dies ermöglicht die präzise Zuordnung auf Keyword-Ebene.

VoIP und SIP-Technologie

Tracking-Nummern basieren auf VoIP (Voice over IP), also Internettelefonie statt traditioneller Telefonleitungen.

Vorteile für Pay per Call:

  • Flexible Weiterleitung an beliebige Ziel-Nummern
  • Kostengünstig (keine physischen Leitungen nötig)
  • Weltweite Erreichbarkeit
  • Einfache Skalierung (hunderte Nummern auf Knopfdruck)

SIP (Session Initiation Protocol) ist der technische Standard dahinter.

IVR-Systeme

IVR (Interactive Voice Response) sind automatische Telefonsysteme mit Sprachmenüs.

Einsatzmöglichkeiten:

  • Vorab-Filterung: „Drücken Sie 1 wenn Sie Neukunde sind, 2 für Bestandskunden“
  • Geschäftszeiten-Management: Außerhalb der Zeiten automatische Weiterleitung auf Mailbox
  • Load Balancing: Verteilung von Anrufen auf mehrere Mitarbeiter
  • Informationssammlung: „Bitte nennen Sie nach dem Ton Ihr Anliegen“

IVR kann die Anrufqualität verbessern, schreckt aber manche Anrufer ab. 

CTI (Computer Telephony Integration)

CTI verbindet Ihre Telefonanlage mit Ihrem CRM-System. Das ermöglicht intelligente Funktionen.

Was CTI leistet:

  • Beim Anruf öffnet sich automatisch die Kundenakte (falls vorhanden)
  • Anrufnotizen werden direkt im CRM gespeichert
  • Automatische Erstellung von Follow-up-Aufgaben
  • Gesprächsaufzeichnungen sind mit Kundendatensatz verknüpft

Beliebte CTI-Lösungen:

  • Salesforce mit integrierter Telefonie
  • HubSpot mit Call-Tracking-Features
  • Pipedrive mit Telefonie-Add-ons
  • Microsoft Dynamics mit Anruf-Integration

Nutzen für Pay per Call: Sie sehen sofort beim Klingeln, über welche Kampagne der Anruf kam und welche Infos Sie bereits über den Anrufer haben.

Attribution und Tracking

Ein Kunde durchläuft oft mehrere Touchpoints, bevor er anruft:

Beispiel-Journey:

  1. Sieht Ihre Facebook-Anzeige (Erstkontakt)
  2. Googelt später Ihren Firmennamen
  3. Besucht Ihre Website
  4. Kommt drei Tage später direkt zurück
  5. Ruft schließlich an

Die Frage: Welcher Touchpoint bekommt die „Credit“ für den Anruf?

Gängige Attributionsmodelle:

ModellFunktionsweiseWann sinnvoll
Last ClickLetzter Kontakt bekommt 100%Einfach, aber ungenau
First ClickErster Kontakt bekommt 100%Für Brand Awareness-Kampagnen
LinearAlle Touchpoints gleichmäßigFaire Verteilung
Time DecayJüngere Touchpoints stärker gewichtetFür kurze Sales-Zyklen
Data-DrivenKI berechnet tatsächliche BedeutungAm genauesten, aber komplex

Empfehlung: Sprechen Sie mit Ihrem Anbieter, welches Modell verwendet wird. Für Pay per Call ist Last Click Standard, aber nicht immer fair.

API-Integrationen

APIs (Application Programming Interfaces) verbinden verschiedene Systeme miteinander.

Typische Integrationen bei Pay per Call:

  • CRM: Anrufdaten fließen automatisch in Salesforce, HubSpot etc.
  • Analytics: Call-Daten erscheinen in Google Analytics
  • Billing: Automatische Rechnungsstellung basierend auf Anrufvolumen
  • Calendar: Direkte Terminbuchung aus dem Anruf heraus
  • E-Mail-Marketing: Anrufer werden automatisch zu Listen hinzugefügt

Diese Integrationen automatisieren Ihre Prozesse und sparen Zeit.

Betrugserkennung (Fraud Detection)

Leider gibt es auch bei Pay per Call Betrugsversuche. Seriöse Anbieter schützen Sie davor.

Typische Betrugsmaschen:

  • Click Farms: Bezahlte Personen rufen massenhaft an (ohne echtes Interesse)
  • Bot-Anrufe: Automatisierte Systeme generieren künstliche Anrufe
  • Number Spoofing: Telefonnummern werden gefälscht

Technische Schutzmaßnahmen:

  • Device Fingerprinting: Erkennung ungewöhnlicher Geräte/IPs
  • Behavioral Analysis: KI erkennt untypische Anrufmuster (z.B. 50 Anrufe in 10 Minuten)
  • Voice Biometrics: Unterscheidung zwischen echten Menschen und Bots
  • Blacklists: Bekannte Betrüger-Nummern werden automatisch blockiert
  • Honeypots: Fake-Kampagnen, die Betrüger anlocken und entlarven

Seriöse Anbieter investieren erheblich in diese Technologien. Fragen Sie im Erstgespräch nach Fraud-Prevention-Maßnahmen.

Was Sie NICHT wissen müssen

Die gute Nachricht: Sie müssen kein Technik-Experte sein, um Pay per Call zu nutzen.

Der Anbieter übernimmt:

  • Einrichtung der Tracking-Nummern
  • Konfiguration der Weiterleitungen
  • Technische Infrastruktur (Server, Telefonie-Systeme)
  • Updates und Wartung
  • Fraud Detection
  • Reporting-Dashboards

Sie konzentrieren sich darauf:

  • Anrufe professionell entgegennehmen
  • Leads in Kunden umzuwandeln
  • Qualität zu bewerten
  • Budget zu optimieren

Die Technologie arbeitet im Hintergrund. Sie müssen nur die Ergebnisse bestmöglich verarbeiten.

Pay per Call vs. andere Marketing-Kanäle

Ob Pay per Call die richtige Wahl ist, zeigt sich vor allem im Vergleich mit anderen Marketinglösungen. Hier finden Sie einen Überblick.

Pay per Call vs. Google Ads (CPC)

Google Ads (Cost per Click): Sie zahlen für jeden Klick auf Ihre Anzeige. Der Nutzer landet auf Ihrer Website. Die Conversion muss dort stattfinden (Formular, E-Mail, oder Anruf über Ihre normale Nummer).

Pay per Call: Sie zahlen für jeden Anruf. Der Nutzer klickt direkt auf die Telefonnummer oder wird auf eine anrufoptimierte Landingpage geleitet. Die Conversion findet im Telefonat statt.

Wann Google Ads besser ist:

  • Sie haben einen sehr gut optimierten Online-Funnel
  • Sie haben Online-Marketing-Verantwortliche im eigenen Unternehmen
  • Ihr Produkt/Service muss visuell erklärt werden

Wann Pay per Call besser ist:

  • Sie haben hohe Conversion-Raten im Telefonat
  • Ihr Service ist stark beratungsintensiv
  • Sie haben keine optimierte Website
  • Sie möchten Zeit sparen (kein Zeitaufwand zur Website Optimierung oder zur Kommunikation mit Marketingagenturen nötig)

Pay per Call vs. SEO

SEO (Suchmaschinenoptimierung): Langfristige Strategie mit hoher initialer Investition. Sie optimieren Ihre Website, erstellen Content und bauen Links auf. Ergebnisse dauern oftmals 6 bis 12 Monate oder länger. Vorteil: der organische Traffic „gehört“ Ihnen und es fallen keine Kosten für Klicks oder Anrufe an.

Pay per Call: Sofortige Ergebnisse innerhalb von Tagen. Kosten für jeden Anruf. 

Empfehlung:

  • SEO und Content für die eigene Kanzleiwebsite langfristig aufbauen und als weitere Säule im Marketing nutzen
  • Pay per Call zur Auslastung der Kanzlei

Pay per Call vs. Social Media Ads

Facebook/Instagram/LinkedIn Ads: Günstige Klickpreise, hervorragendes Targeting (Demografie, Interessen, Verhalten), visuell ansprechend. Aber: Nutzer sind im „Unterhaltungsmodus“, nicht im „Kaufmodus“. Niedrige Kaufabsicht, daher niedrige Conversion-Raten.

Pay per Call: Höhere Kosten pro Kontakt, aber Nutzer ist in akuter Kaufabsicht. Sucht aktiv nach Lösung, nicht nach Unterhaltung.

Empfehlung:

  • Social Media für Awareness und Markenaufbau
  • Pay per Call für direkte Conversion

Pay per Call vs. klassischer Lead-Kauf

Klassischer Lead-Kauf: Sie kaufen Kontaktdaten (E-Mail, Telefon) von Lead-Generierungs-Plattformen. Leads werden oft an mehrere Interessenten verkauft (Shared Leads). Sie müssen den Lead aktiv kontaktieren (Outbound).

Pay per Call: Der Lead ruft Sie an (Inbound). Höhere Qualität, da Lead selbst den Kontakt initiiert. Meist exklusiv (nur Sie bekommen den Anruf).

Wann klassischer Lead-Kauf besser: Wenn Sie ein großes Vertriebsteam haben, das Outbound-Calls professionell tätigt, und wenn Ihre Dienstleistung nicht dringlich ist.

Wann Pay per Call besser: Bei dringlichen Dienstleistungen, begrenzten Vertriebskapazitäten und Präferenz für hochwertige Inbound-Leads.

Pay per Call vs. Printmedien / Radio

Traditionelle Werbung (Zeitung, Radio, Plakate): Hohe Vorabkosten, schwer messbar, breit gestreut mit viel Streuungsverlust. Geeignet vor allem zum Markenaufbau.

Pay per Call: Zahlung nur für Ergebnisse, 100% messbar, hochgradig zielgruppengenau, geeignet für direkte Kundengewinnung.

Vergleich am Beispiel:

  • Zeitungsanzeige: 2.000 Euro, ca. 50.000 Leser, geschätzt 5-10 Anrufe = 200-400 Euro pro Anruf, schwierige Messbarkeit
  • Pay per Call: 2.000 Euro bei 50 Euro pro Anruf = 40 garantierte Anrufe mit voller Transparenz

Pay per Call vs. Mundpropaganda

Empfehlungen/Mundpropaganda: Hervorragende Leadquelle: kostenlos, hohe Qualität, hohes Vertrauen. Aber: Nicht skalierbar, nicht steuerbar, nicht planbar.

Pay per Call: Planbar, skalierbar, steuerbar. Aber: Kostet Geld, weniger Vertrauen als persönliche Empfehlung.

Die Realität: Sie brauchen beides. Empfehlungen für organisches Wachstum, Pay per Call für planbares Wachstum.

Strategischer Ansatz:

  • Empfehlungsprogramm aufbauen (Bestandskunden incentivieren)
  • Pay per Call als Ergänzung für kontinuierliche Anfragen
  • Kombiniert erreichen Sie planbares Wachstum ohne zu abhängig von Empfehlungen zu sein

Die Entscheidungshilfe

Nutzen Sie Pay per Call als Hauptkanal, wenn:

  • Telefonische Beratung Ihr Kerngeschäft ist
  • Sie professionelle Anrufannahme haben
  • Ihr Auftragswert hoch ist
  • Sie schnell skalieren möchten
  • Messbarkeit für Sie hohe Priorität hat

Kombinieren Sie Pay per Call mit anderen Kanälen, wenn:

  • Sie langfristig unabhängiger werden möchten
  • Sie verschiedene Zielgruppen ansprechen
  • Sie sowohl Brand als auch Performance wollen
  • Sie Risiko streuen möchten

Verzichten Sie auf Pay per Call, wenn:

  • Ihr Auftragswert sehr gering ist
  • Sie keine telefonische Kapazität haben
  • Ihre Dienstleistung nicht erklärungsbedürftig ist
  • Budget extrem knapp ist

Zukunft von Pay per Call

Pay per Call wird sich durch den schnellen technologischen Fortschritt in den nächsten Jahren weiterentwickeln. So könnte die Zukunft aussehen:

KI-gestützte Anrufanalyse

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Qualitätssicherung bei Pay per Call.

Was bereits heute möglich ist:

  • Automatische Transkription aller Gespräche in Echtzeit
  • Sentiment-Analyse: War der Anrufer zufrieden oder frustriert?
  • Keyword-Extraktion: Welche Themen wurden besprochen?
  • Automatische Quality Scores ohne manuelles Anhören

Was in den nächsten Jahren vermutlich möglich sein wird:

  • Echtzeit-Coaching: Das System flüstert dem Angerufenen für ein erfolgreiches Gespräch Tipps ins Ohr
  • Predictive Lead Scoring: „Dieser Anrufer wird mit 85% Wahrscheinlichkeit zum Kunden“
  • Automatische Zusammenfassungen für CRM-Systeme
  • Emotionserkennung und Anpassung der Gesprächsführung

Voice Search und Sprachassistenten

„Hey Google, ruf mir einen Anwalt für Verkehrsrecht in meiner Nähe.“

Voice Search wächst rasant. Über 50% aller Suchanfragen bei Google erfolgen mittlerweile per Sprache (Tendenz steigend).

Das bedeutet für Pay per Call:

  • Sprachsuchen führen häufiger zu direkten Anrufen als Textsuchen
  • Optimierung für Featured Snippets wird wichtiger
  • „Near me“-Suchanfragen nehmen zu
  • Landingpages müssen für Sprachsuche optimiert sein

Video-Calls statt Audio

Pay per Video Call ist der nächste logische Schritt.

Erste Anbieter testen bereits:

  • Mandanten sehen den Anwalt per Video vor der Beauftragung
  • Ärzte bieten Video-Erstgespräche (Telemedizin)
  • Technischer Support per Video-Call (Bildschirm teilen und übernehmen)

Vorteile:

  • Noch besserer Vertrauensaufbau
  • Dokumente können sofort geteilt werden
  • Nonverbale Kommunikation sichtbar

Herausforderung: Höhere technische Anforderungen, nicht alle Kunden haben Kamera.

Omnichannel-Integration

Die Grenzen zwischen verschiedenen Kommunikationskanälen verschwimmen.

Zukunftsszenario:

  1. Kunde chattet mit Ihrem Chatbot auf der Website
  2. Chatbot erkennt: „Das ist zu komplex für Chat“
  3. Angebot: „Möchten Sie lieber direkt anrufen? Ich verbinde Sie in 30 Sekunden.“
  4. Nahtloser Übergang zum Telefonat
  5. Der Anrufempfänger sieht bereits den Chat-Verlauf

Vorteil: Kunden bekommen den Kanal, den sie gerade brauchen.

Mobile-First wird Mobile-Only

Der Trend zu mobilen Anrufen verstärkt sich weiter.

Prognose:

  • Über 80% aller Pay per Call Anrufe werden mobil sein
  • Desktop-Optimierung wird immer weniger wichtig
  • Click-to-Call wird Standard
  • Instant Messaging (WhatsApp Business) konkurriert mit Anrufen

Was bleibt gleich

Trotz aller Technologie: Das Fundament bleibt:

  • Menschen möchten mit Menschen sprechen (bei komplexen Themen)
  • Vertrauen entsteht durch persönlichen Kontakt
  • Telefonische Leads haben höhere Conversion-Raten
  • Performance-basierte Vergütung ist fair und transparent

Die Technologie wird besser, aber das Grundprinzip von Pay per Call bleibt bestehen.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Pay per Call Lead durchschnittlich?

Die Kosten variieren stark nach Land, Branche, Region und Qualitätsanforderungen:

Handwerk/Notdienste: 20-50 Euro pro Anruf
Rechtsberatung: 40-80 Euro pro Anruf
Finanzdienstleistungen: 50-100 Euro pro Anruf
B2B-Dienstleistungen: 60-150 Euro pro Anruf

Wichtiger als der absolute Preis ist der ROI. Ein 80-Euro-Lead, der zu einem 2.000-Euro-Mandat führt, ist wertvoller als ein 30-Euro-Lead ohne Conversion.

Kann ich Pay per Call auch mit kleinem Budget testen?

Ja. Viele Anbieter ermöglichen Testphasen oder niedrige Mindestbudgets (500-1.000 Euro/Monat). So können Sie mit 10-20 Anrufen erste Erfahrungen sammeln und die Qualität bewerten, bevor Sie skalieren.

Muss ich eine neue Telefonnummer einrichten?

Nein. Die Tracking-Nummern leiten Anrufe nahtlos an Ihre bestehende(n) Nummer(n) weiter.

Was passiert, wenn ich mit der Qualität unzufrieden bin?

Seriöse Anbieter arbeiten mit Qualitätsgarantien:

– Sie können Anrufe reklamieren (mit Begründung)
– Minderwertige Anrufe werden erstattet oder gutgeschrieben
– Gemeinsame Optimierung der Kampagnen

Werden meine Wettbewerber auch angerufen?

Nein, bei seriösen Anbietern sind Anrufe exklusiv für Sie. Der Anrufer wird nur mit Ihnen verbunden.

Ausnahme: Bei manchen Lead-Marktplätzen werden Leads an mehrere Interessenten verkauft. Stellen Sie sicher, dass Sie exklusive Anrufe erhalten.

Ist Pay per Call auch für kleine, lokale Unternehmen geeignet?

Ja, sogar besonders gut! Lokale Unternehmen profitieren von:

– Geografisch präzisem Targeting (nur Ihr Einzugsgebiet)
– Hoher Relevanz für lokale Suchanfragen
– Direktem Kundenkontakt ohne komplexe Abläufe

Was ist der Unterschied zwischen Pay per Call und Call Tracking?

Call Tracking ist die Technologie zur Anruf-Nachverfolgung. Es zeigt Ihnen, welche Marketing-Maßnahmen zu Anrufen führen.

Pay per Call ist ein Vergütungsmodell, bei dem Sie für generierte Anrufe bezahlen. Call Tracking ist dabei die technische Grundlage.

Sie können Call Tracking auch für Ihre eigenen Kampagnen nutzen, ohne Pay per Call zu verwenden.

Wie lange sollte ich Pay per Call testen?

Minimum: 3 Monate mit mindestens 30-50 Anrufen.

Warum?

– Erste Wochen sind Optimierungsphase
– Sie brauchen ausreichend Daten für statistische Relevanz
– Saisonale Schwankungen müssen berücksichtigt werden

Nach 3 Monaten können Sie fundiert entscheiden: Skalieren, optimieren oder stoppe

Funktioniert Pay per Call auch außerhalb von Google?

Ja, Pay per Call funktioniert über viele Kanäle:

– Bing Ads
– Facebook/Instagram (mit Click-to-Call)
– Partner-Websites (Affiliate-Netzwerke)
– SEO-optimierte Landing Pages
– Sogar Printmedien (mit speziellen Telefonnummern)

Google ist nur ein (wichtiger) Kanal von vielen.

Brauche ich eine Website für Pay per Call?

Nicht zwingend, aber empfohlen. Es gibt verschiedene Ansätze:

Mit Website: Anrufer sehen Infos, bevor sie anrufen (höhere Qualität)
Ohne Website: Direkter Click-to-Call aus Anzeigen (schneller, aber blinder)

Die meisten erfolgreichen Pay per Call Anbieter bieten mindestens eine einfache Landing Page.